Die USA schließen ein milliardenschweres Schlupfloch im E-Commerce und das mitten im Wahlkampf.
Aktueller Anlass: US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch per Executive Order die sogenannte De-minimis-Regel für China und Hongkong ausgehebelt – eine Klausel, die Billigimporte bis 800 US-Dollar bisher zollfrei ließ.
De-minimis Wortbedeutung: Der Begriff kommt aus dem Lateinischen „de minimis non curat lex“ und bedeutet „das Gesetz kümmert sich nicht um Kleinigkeiten“.
Temu, Shein & Co.: Trump stoppt die Flut der Minipakete
- Der Erlass tritt am 2. Mai in Kraft, mit Zöllen von mindestens 30 % oder 25 US-Dollar pro Artikel für Sendungen aus China und Hongkong.
- Ab 1. Juni steigt der Pauschalbetrag auf 50 US-Dollar pro Artikel.
- Betroffen sind insbesondere Direktversender wie Temu und Shein, die derzeit den Großteil des Kleinstversandhandels dominieren.
Berechnung: 2024 wurden knapp 1,4 Milliarden Pakete über die de minimis-Regelung in die USA eingeführt, davon kamen rund 60 % aus China.
Hintergrund: Der Erlass ist Teil der Trump-Strategie, China wirtschaftlich und politisch unter Druck zu setzen. In den USA wird China auch für die anhaltende Opioid-Krise mitverantwortlich gemacht, da es Grundstoffe für Fentanyl liefert.
„de minimis“-Regelung im Detail
- Die neuen Zölle gelten für alle Nicht-Post-Sendungen aus China/Hongkong unter 800 $.
- Für Postsendungen gelten pauschale Beträge, unabhängig vom Wert.
- Logistikfirmen müssen künftig Zolldaten an CBP (Zollbehörde) melden, Sicherheiten hinterlegen und Zahlungen fristgerecht leisten.
Wer sagt was: Trump selbst spricht von einem Sieg für „amerikanische Arbeiter“ und einem Schlag gegen „unfaire Handelspraktiken“.
Was zu tun ist: Versandplattformen müssen ihre Prozesse binnen eines Monats umstellen, andernfalls drohen massive Verzögerungen an den US-Grenzen.
Wie es gemessen wurde: Zollstatistiken der US-Regierung zeigen einen dramatischen Anstieg von Minipaketen, vor allem durch Social-Media-Shoppingtrends.
Wo es auffällt: Betroffen sind vor allem Konsument im Low-Cost-Segment, etwa Studenten, Jugendliche oder Haushalte mit geringem Einkommen.
Was als Nächstes kommt: Der Handelsminister soll innerhalb von 90 Tagen evaluieren, ob die Regelung auch auf Macau ausgeweitet wird. Zudem könnten weitere Länder folgen.
Warum das wichtig ist: Mit der Maßnahme verändert Trump die Regeln für den globalen E-Commerce. China verliert einen unfairen Vorteil, die USA erhalten zusätzliche Zolleinnahmen.
Was jetzt wichtig ist:
- Wird EU-Handels-Kommissar Valdis Dombrovskis eine Zollinitiative starten?
- Wie reagieren nationale Regierungen, vor allem Italien und Spanien, wo Temu besonders beliebt ist?
- Was macht China? Drohen Gegenmaßnahmen gegen europäische Exporte?