Morgen veröffentlicht die investigative Rechercheplattform „Fass ohne Boden“ einen perfiden Recherchebericht. Dieser wurde von der Privatagentin „Nina“ und von einem BVT-Beamten erstellt. Auftraggeber für diese Analyse war eine luxemburgische „strategische Beraterfirma“. Diese wollte genaue Informationen zum österreichischen Waffenlobbyisten Kurt Wiederwohl erhalten. „Nina“ sollte folgende Informationen einholen:
- „Ist er den Behörden bekannt?
- Welche politischen oder geschäftlichen Vernetzungen besitzt er?
- Welche davon sind fragwürdig oder problematisch?
- Wie ist seine Reputation?
- Wie ist das finanzielle Bild der ZP? Besitze? Immobilien?“
BVT-Verschlussakt wird vom BVT-Beamten weitergegeben
Gegen den Beamten wird wegen „Missbrauch der Amtsgewalt“ (§302) und „Bestechung“ ermittelt. Inzwischen ist bekannt, dass der BVT-Beamte Informationen aus einem Verschlussakt weitergegeben hat. Der geheime Akt gehört zu Ermittlungen in der Causa Eurofighter. Nur so viel: Laut dem BVT-Verschlussakt soll der Grazer Waffengroßhändler „Kontakte zum Heeresnachrichtenamt, zum BND, zum Mossad“ gehabt haben. Dieser bestreitet jegliche Anschuldigung und Unterstellung.
Aber auch das Selbstverständnis des BVT-Beamten wirft viele Fragen auf. Warum hat der Beamte seinen eigenen Abschlussbericht in der Causa Eurofighter 2008 weitergegeben? Dieser war ja ein „Verschluss“-Akt. Die Antwort ist banal: Geldgier.
Unglaublich: Familie des Lobbyisten wurde durchleuchtet
Dem skrupellosen Bericht sind auch Abfragen über die Eigentumsverhältnisse der direkten Verwandten, sprich Ehefrau und Tochter, zu entnehmen. Und diese Abfragen hat der BVT-Beamte für „Nina“ durchgeführt.
Projekt 10 gehört zu einem Abschlussbericht vom BAK. Teile des Akts waren im vergangenen BVT-Untersuchungsausschuss als „streng geheim“ klassifiziert.
Die Enthüllung erscheint am Freitag, dem 11. September 2020 um 1200 Uhr.